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Startseite Mattie: „Mein Lied des Herzens“
„Psst, hör zu. Dies ist mein Lied des Herzens.“

Wie der 11-jährige todkranke Mattie mit seinen Gedichten ganz Amerika verzaubert

von Charlotte Haffel

Mattie StepanekEines Tages im Frühling, als Matties Haut noch blasser und durchsichtiger schien als sonst und seine Arme fast so dünn waren wie die Schläuche an seinem Krankenbett, als es hieß, dass er nur noch zwei Tage zu leben hätte, bestenfalls fünf, da fragten ihn die Ärzte, ob er einen letzten Wunsch habe. Ein neues Spielzeug vielleicht oder sein Lieblingsessen. Mattie Stepanek hatte drei Wünsche: Er wollte Jimmy Carter treffen, Oprah Winfrey sollte in ihrer Show seine Gedichte vorlesen - und ein Verlag sollte sie veröffentlichen. Alle seine Wünsche sind in Erfüllung gegangen, sein Gedichtband ist ein Bestseller. Mattie Stepanek aus Maryland ist elf Jahre alt.

Er leidet an einer seltenen Form des Muskelschwunds. Einer Erbkrankheit, an der bereits seine beiden Brüder und die Schwester gestorben sind und die auch seine Mutter hat - in einer abgeschwächten Form. „Die Krankheit bedeutet, dass ganz normale Dinge, wie Atmen, Herzrhythmus und Verdauung bei mir nicht richtig funktionieren.“ Immer wieder muss Mattie ins Krankenhaus. Im Frühling lag er drei Monate auf der Intensivstation. Um Kräfte zu sparen, benutzt er, der vor einigen Jahren noch einen Schwarzen Gürtel in Taekwondo bekam, einen elektrischen Rollstuhl. Er muss immer einen Sauerstofftank dabeihaben. Sonst kann er nicht atmen.

„Es ist ein Wunder, dass der Junge noch lebt“, sagen seine Ärzte. Aber Mattie selbst ist ein Wunder. Als er vier Jahre alt war, flüsterte er seiner Mutter ins Ohr: „Psst, hör zu. Das ist mein Lied des Herzens.“

„Ich fand das zuerst einfach nur süß“, erinnert sich Jani Stepanek, „aber ich habe schnell gelernt, dass ich mich über gar nichts mehr wundern durfte, was er sagte.“ Und Mattie hatte viel zu sagen: über Leben und Tod, Frieden und Toleranz. „Zuerst wusste ich nicht, dass es Gedichte waren“, sagt der Junge kichernd. „Ich habe einfach geschrieben. Es war eine so schöne Möglichkeit meine Gefühle auszudrücken. Glück oder Traurigkeit.“

Seinen ersten Gedichtband „Heartsongs“, der im Juni veröffentlicht wurde, schrieb er im Alter zwischen drei und sechs. 200 000 Stück wurden davon verkauft, bei seinem zweiten Buch, „Journey Through Heartsongs“ waren es sogar 280 000. Ein drittes „Hope through Heartsongs“ erscheint im April. Mattie will, dass andere in seinen Gedichten die Kraft finden, die er in sich selbst gefunden hat. „Er steht immer kurz vor dem Abgrund. Er hat vielleicht noch einen Tag oder ein ganzes Jahr“, sagt Jani Stepanek. „Die Zeit hat Mattie ein Geschenk gemacht. Er verbringt diese Tage lebend, nicht sterbend.“

MAKING REAL SENSE OF THE SENSES

Our eyes are for looking at things,
But they are also for crying
When we are very happy or very sad.
Our ears are for listening,
But so are our hearts.
Our noses are for smelling food,
But also the wind and the grass and
If we try very hard, butterflies.
Our hands are for feeling,
But also for hugging and
touching so gently.
Our mouths and tongues are for tasting,
But also for saying words,
like „I love you“,
and „Thank you, God.
For all of these things.“
April 1995.

Aus „Journey through Heartsongs“ von Mattie J. T. Stepanek

Unsere Sinne sind nicht nur dazu da, dass wir sehen, hören, riechen oder greifen. Mit Ihnen drücken wir Gefühle aus und empfinden die schönen Dinge des Lebens. Und dafür sollten wir Gott danken, sagt Mattie In seinem Gedicht von 1995

Mattie, der sich, wenn er groß ist, um den Weltfrieden kümmern möchte, ist der wahrscheinlich größte Fan des früheren US-Präsidenten Jimmy Carter. Kindlich schwärmt er von: dessen Qualitäten als Erdnussfarmer, Politiker und Friedensstifter. Als Mattie zum ersten Mal vom Krankenhausbett aus, 15 Minuten mit seinem Idol telefonieren durfte, sprachen sie über den Weltfrieden. Über Bosnien und Afrika. Mit keinem Wort aber beklagte sich der kranke Junge. Jimmy Carter war so beeindruckt, dass er das Vorwort für Matties zweites Buch schreiben wollte. Inzwischen sind die beiden Duzfreunde haben sich bei einer Fernsehshow getroffen Mattie bastelt gerade für ihn und seine gute Freundin Oprah Winfrey Weihnachtsschmuck, den er mit seinem Motto beschriftet: „In jedem Leben gibt es hin und wieder Stürme. Aber wir dürfen nie vergessen, nach dem Sturm wieder spielen zu gehen.“

Und sogar ein Kind wie Mattie spielt manchmal. Er baut mit Lego, malt Pokemon-Figuren und über seinem Bett hängen Poster von der schlauen Hermine aus „Harry Potter“. Außerdem liebt er es, auf Konferenzen zu sprechen; war Botschafter der Gesellschaft für Muskelschwund in Maryland, sammelt nebenbei Spenden für die Familien kranker Kinder. Und er hält Lesungen und Autogrammstunden. Seine Bücher werden inzwischen von einem großen New Yorker Verlag herausgebracht. Der erste, kleinere konnte mit der Nachfrage nach Matties Werken nicht mehr fertig werden. „Ich bin ein bisschen überrascht“ gibt Mattie zu. „Ich hätte nie gedacht, dass meine Botschaft sich so schnell verbreitet.“

Manchmal aber helfen alle Botschaften und guten Gedanken nichts. Dann hat auch Mattie Angst. Bei einer Lesung bricht er mitten in einem seiner Lieblingsgedichte ab (siehe Kasten), an der Stelle mit den Schmetterlingen. Voller Panik greift er nach dem Schlauch, der ihn am Leben erhält, kann nicht mehr atmen. Die Maschinen arbeiten, und nach einigen Minuten ist wieder alles gut. Mattie liest weiter. Schein-bar ungerührt. „Our hands are for feeling, But also for hugging and touching so gently“ - Mit unseren Händen können wir fühlen. Aber auch so zärtlich umarmen und liebkosen.

Matties erste Verlegerin hat einen Namen für Mattie. Sie nennt ihn „meinen kleinen Joda“. Wie den weisen alten Mann aus Matties Lieblingsfilm „Krieg der Sterne“.

Quelle: DIE WELT, 21.12.2001

Weitere Informationen zu Mattie Stepanek und seinen Werken: